Valerian – Die Stadt der tausend Planeten …

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(c) Universal

… Alles nahm seinen Anfang in den späten 90er Jahren durch das Andocken der Chinesen an der ISS-Raumstation. Dort wurde das Fundament für die Stadt Alpha gesetzt. Nach den Chinesen feierten die Weltraumbehörden ihren nächsten Erfolg: das Meistern der Gravitation auf einer Raumstation. Doch im Laufe der Jahre entstand keine Stadt, wie wir sie uns heute vorstellen würden, denn Alpha befindet sich nicht auf festem Boden, sondern schwebt im Weltraum, wo alle erdenklichen Lebensformen aus dem gesamten Universum friedlich zusammenleben können. Nach dem Erfolg über die Gravitation kam es ab dem Jahr 2020 zum Erstkontakt mit außerirdischen Lebensformen. Anschließend folgten weitere Spezies. Bis in das 28. Jahrhundert entwickelte sich Alpha zu einem friedlichen Weltraumflughafen, der Platz für mehrere Alienrassen bietet. Mit einer Population von 30 Millionen Individuen aus 3236 verschiedenen Spezies mit 5000 verschiedenen gesprochenen Sprachen (ausgenommen sämtlicher Computersprachen) ist Alpha eine der größten Weltraumstädte. Sie bietet Platz für alle Lebewesen. Im Süden von Alpha leben 600 Geschöpfe in all erdenklichen Flüssigkeiten, im Norden jene die Gase benötigen und im Osten ist das Informations-, Technologie-, und Finanzkontrollzentrum. Während im Westen neben 9 Millionen Menschen auch andere Spezies unter einer Atmossphäre leben.

In dem Science-Fiction Abenteuer „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ (FSK 12) von Luc Besson begeben sich Valerian (Dane DeHaan) und seine Kollegin Laureline (Cara Delevingne) auf eine streng geheime Mission. Die beiden Agenten sollen ein kleines Geschöpf retten und anschließend nach Alpha dem Kommandant Arun Filitt (Clive Owen) liefern. Jedoch stellt sich heraus, dass sich hinter dem kleinen Geschöpf mehr verbirgt als es zunächst scheint. Als dann noch die Station Alpha bedroht wird, begeben sich die beiden Agenten auf eine gefährliche Mission …

Zum Trailer: „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ …

Der Trailer zeigt viele bunte Einblicke, die die atemberaubenden Welt von Valerian zu bieten hat. Aber nicht nur die eindrucksvollen Bilder von Umwelt und verschiedenster Lebewesen, sondern auch die stimmige Musik von den Beatles („Because“ in einer leicht abgewandelten Form) oder auch „2WEI“ von Gangsta’s Paradise, geben dem Trailer etwas Geheimnisvolles mit. Jedoch wird dem Zuschauer hier weder die eigentliche Handlung noch viele Witzsequenzen vorweg genommen, sodass einem noch genug Lachmomente im Kino bleiben. Erst vor der Leinwand entfaltet sich das komplette Kinoerlebnis in Bildern, Geschichte und Filmmusik, die einem zuvor im Trailer versprochen wurden.

Schauspieler:  Valerian und Laureline wurden schon in dem französischen Comic aus den 60er Jahren von Jean-Claude Mézières und Pierre Christin als sehr jung dargestellt. Daran hat sich der Regiesseur Luc Besson gehalten: Dane DeHaan (31) und Cara Delevingne (24) verkörpern die damaligen Comicfiguren Valerian und Laureline. De Haan hat mir schon extrem gut in seiner Hauptrolle in „A Cure for Wellness“ gefallen und bekommt nun mit Valerian eine weitere Hauptrolle zugeteilt. Valerian wird im Film als Macho charakterisiert, welcher von Dane DeHaan in Perfektion präsentiert wird. Zuzüglich punktet der 31-Jährige mit seinem Charme und seiner Ausstrahlung. Mit seiner Agentenpartnerin Cara Delevingne geben die beiden ein süßes Paar ab. Denn auch die junge Delevingne startet jetzt erst richtig durch. Beginnend mit dem nicht ganz so erfolgreichen „Pan“, der erfolgreichen Buchverfilmung „Margos Spuren“ oder meinem Filmfavoriten „Suicide Squad“ hat sie schon namhafte und auch große Rollen gespielt, wodurch das Model selbstbewusst Dane DeHaan entgegen treten kann. Und auch in ihrer Rolle kontert sie dem Macho Valerian mit einer Art kalten Schulter, die aber mehr aus der Kategorie „Was sich liebt das neckt sich“ stammt. Dadurch entsteht auch unter den beiden jungen Geheimagenten ein witziges Verhältnis.

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Allgemein ist „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ mit einem namhaften Cast versehen. Zum einen wäre da Ethan Hawke als Jolly the Pimp oder sogar Rihanna als Bubble, die als Gestaltenwandlerin sowohl für witzige als auch für die Handlung relevante Momente eine Rolle spielt. Übrigens: schöner Tanz, den du da hingelgt hast, Rihanna!

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Musik, Handlung & Stimmung: Es gibt Soundtracks von Filmen, die hört man sich auch ohne den jeweiligen Film an. Da wäre beispielsweise die Filmmusik von Hans Zimmer: Inception, Interstellar, Batman, Gladiator und Fluch der Karibik, deren Musik auch einfach im Hintergrund gern gehört werden kann. Für den Valerian-Soundtrack von dem nicht ganz unbekannten Komponisten Alexandre Desplat aus Frankreich, dessen Kompositionen auch schon auf die Harry-Potter-Reihe trafen, gilt dies ebenfalls. Desplat hat mit seiner Komposition einen Nerv von mir getroffen: Seinen Soundtrack kann ich mir persönlich auch wie die Kompositionen von Hans Zimmer einfach mal so anhören. Die Filmmusik für Valerian ist sowohl lustig und fröhlich als auch düster und spannend.

Jedoch sollten die alleinstehenden Songs zum Film nicht unerwähnt bleiben. Zu den oben genannten Trailersongs ist nicht mehr zu sagen, als dass sie in unabgewandelter Form schon richtig gut sind. Aber durch das Anpassen an das Genre wirken die Songs von Gangsta’s Paradise und den Beatles wie auferstanden von den Toten und kommen mit einer neuen Frische einher. Nun aber zu einem Lied, welches mich im Kinosaal völlig überrascht hat. Denn zu Beginn wird eine Einführung zur Stadt Alpha gezeigt und passend dazu wird das Lied „Space Oddity“ von David Bowie perfekt eingespielt. Dieses Lied mit den nebenbei gezeigten Szenen hat mich einfach in den Bann von Valerian mitgerissen und noch Tage später gibt es Gesprächsbedarf über jegliche Situationen aus der Handlung im Universum. Ein perfekter Übergang, um von Filmmusik zur Handlung zu kommen …

Während der Storyeinführung, die den Zuschauer auf das 28. Jahrhundert und dessen Begebenheiten einstimmte, war ich doch ziemlich beeindruckt von den generellen Gedankengängen des Regiesseurs bzw. denen des Comicautors. Besonders ist auch, dass  der Film es ziemlich lange schafft, seine Zuschauer an der Nase herum zu führen. Denn dieser weiß lange nicht, wer genau das Böse in den Film verkörpern soll und wer somit der eigentliche Endgegner der beiden Agenten ist.

Stimmungsmäßig ist Valerian recht heiter und nicht allzu düster geworden. Es gibt daher sehr viele Momente für den Zuschauer, wo dieser laut auflachen kann. Vor allem zwischen den beiden Agenten Valerian und Laureline, aber auch insgesamt durch die verschiedensten Lebewesen und diese Welt, die wir uns nicht explizit vorstellen können. Besonders amüsant sind dabei Spezies mit völlig anderer Kultur und Verhaltensweisen. Direkt kommen mir da drei Vögel in den Sinn!

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Kamera & Kostüme: Die Kamera ist jetzt nicht wirklich in den Vordergrund zu stellen und hinsichtlich der Führung nicht besonders auffallend. Andererseits sind die Bilder und Drehorte (wenn auch nur hauptsächlich vor einem Greenscreen), die von der Kamera eingefangen wurden, ein Augenschmaus. Genauso auch animierte Personen und/oder Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise die Pearls. Wer Avatar schon gemocht hat, kann eine gewisse Ähnlichkeit in Sachen Stil erkennen, da sich hier Grafiker aus „Avatar -Aufbruch nach Pandora“ mit den Filmemachern von Valerian zusammengetan haben. Dadurch entsteht eine Mischung aus Avatar, Star Wars und etwas völlig Neuem.

Wissen zum Mitnehmen: Valerian ist der bisher teuerste Film Europas. Luc Besson hat die Comics in seiner Kindheit gelesen und seither war es sein Traum, diese zu verfilmen. Vor dem 21. Jahrhundert war dies aber aufgrund der Technik nicht durchführbar. Nach Avatar aus dem Jahre 2009 und deren tollen Animationen konnte nun auch sein Lieblingscomic in Angriff genommen werden.

Laut Luc Besson könne er sich auch eine Fortsetzung vorstellen. Da aber der erste Film so teuer geworden ist, muss dieser zunächst erfolgreich werden, damit es sich auch lohnt einen zweiten Teil in Angriff zu nehmen. Also geht ins Kino, denn ich will auf jeden Fall mehr von diesem Universum sehen!

Aus der Kategorie: „Keine Ahnung in welche Kategorie ich folgende Anmerkung reinstecken soll“: An sich ist Valerian eine schöne Vorstellung vom ersten Kontakt mit außerirdischem Leben, denn hier ist es so, dass diese Lebewesen grundlegend friedlich den Menschen gegenübertreten. Doch wenn man sich das mal vor Augen führt, ist das eine sehr egoistische Wunschvorstellung der Menschheit, dass diese eine Führungposition im ganzen Weltall einnehmen können. Denn genau so ist es in der Stadt Alpha. Denkt mal über diese Vorstellung nach!

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Fazit: Ein absoluter Gang ins Kino wert! Denn die bunten und wundervollen Bilder wirken defintiv mehr im Kino als vor einem kleinen Fernseher. Trotzdem ist das 3D nicht zwingend notwendig, da auch das 2D ausreichen könnte. Mit 138 Minuten ist Valerian zwar ein langer, aber auch eindrucksvoller Film mit tollen Kulissen und Kostümen geworden. Der Zuschauer weiß zwar, dass viel computeranimiert ist, jedoch sieht alles sehr stimmig aus.

Trotz der Länge möchte man nicht, dass der Film zu Ende geht. Man möchte mehr aus Valerians und Laurelins Welt kennen lernen und weitere Bilder von Planeten und aus der Stadt Alpha sehen. Das Universum ist eben sehr groß und viel gibt es auch demnach zu erzählen, wodurch sich auch die Länge erklären lässt. Vorallem geht der Film so lange, damit der Zuschauer ersteinmal in das neue Universum eintauchen kann, weshalb die Einleitung schon ein kleinen Teil der Zeit in Anspruch nimmt. Ich erinnere mich dann gerne noch an Suicide Squad zurück, wo ich mich geärgert hab als ich hörte, dass viele Joker Szenen dem eigentlichen Film entnommen wurden. Aber auch bei Suicide Squad gab es das Problem, dass im eigentlichen Plot Fragen auftauchten und der eigentliche Gegner nicht wirklich fest stand oder es nur nebenher ein Neben- und nicht Haupthandlungsstrang gab. Genauso ist es auch bei Valerian, der zunächst keinen „richtigen“ Gegner zugewiesen bekommt. Auch wurde nicht weiter auf die eigentliche Vision, die Valerian von den Pearls bekam, eingegangen. In der Handlung gibt es demzufolge gewisse Durststrecken, welche kurzzeitig den Film etwas lang wirken lassen und im Plot den Bogen nicht komplett schließen können. Doch im Großen und Ganzen ist es eine atembraubende Geschichte, die auf der Leinwand abläuft, über die man noch mehr erfahren möchte. Es gibt grundlegende Handlungserklärungen, die einfach nicht ausgelassen werden sollten.

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Die schönen Bilder gleichen die Handlung aus, wodurch der Film immernoch sehenswert bleibt. Ich persönlich würde mich auf eine Fortsetzung aus dem Franchise freuen.

(7,5 von 10 Transmutatoren)

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Toller ausführlicher Bericht! Ich wollte eig auch uns Kino gehen, aber dann haben mich die eher ernüchternden Kritiken abgeschreckt. Vllt schaff ich es aber jetzt doch noch 😉 LG

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